Therapie „alternativ“ - oder doch eher 
Therapie „nach dem Stand der Wissenschaft“

von Stephan Petrowitsch 

Seit Ende 2007 bin ich nun als Kameramann auf Medizinkongressen, naturheilkundlichen Kongressen und spirituellen Kongressen und Tagungen unterwegs. Über 1.200 Vorträge gibt es in meinem Shop www.dvd-wissen.com zu diesen Themen, und wohl über 800 davon habe ich persönlich gefilmt. Die Spanne reicht von physikalischen (Insel-)Methoden wie der Dorn-Therapie, kompletten Medizin- und Lebensphilosophien wie dem Ayurveda über diverse Arten der Bewusstseinsarbeit bis hin zu rein energetischen Heilmethoden und der Arbeit auf Seelenebene. Quantenphysik Um 1900 wurde durch Max Plancks Quantenhypothese die Quantenphysik geschaffen. Für viele Menschen ist dies eine abstrakte Größe, doch ihre Bedeutung für unser Leben zeigt sich u.a. auch im wirtschaftlichen Bereich. In den zivilisierten Ländern werden über 50 % des Bruttosozialproduktes mit Produkten erwirtschaftet, die ohne die Erkenntnisse der Quantenphysik nicht möglich wären. Einzig im medizinischen Bereich hat dies deutlich länger gedauert. Doch auch hier halten in den letzten Jahren diese Erkenntnisse immer mehr Einzug. Früher wurde – milde belächelt - der Placebo-Effekt von Schulmedizinern angeführt, wenn alternative Methoden erstaunliche Heilerfolge aufweisen konnten – bis sie bemerkten, dass sie selbst aufgrund ihres nach wie vor vertrauensbildenden Images in der Bevölkerung mit ihren Methoden am meisten von diesem Effekt profitieren, und dass es ohne diesen Effekt oft schlecht aussehen würde mit ihrer staatlich abgesegneten Heilkunst. Der Placebo-Effekt würde heute wohl Quanten-Effekt heißen - denn der mittlerweile inflationär verwendete Begriff „Quanten...“ steht für die Wirkung des Bewusstseins auf Materie, und damit auch für uns Heil- oder Unheil-Sein auf allen Ebenen – Körper, Geist und Seele. Lieferte früher der Professor-Titel oder Arzt-Kittel die Glaubwürdigkeit, so hilft heute der Begriff „Quanten...“ in der verwendeten Methode. Dies gilt ungeachtet der Tatsache, dass zwar die Wirkung beobachtet und teils auch gemessen werden kann, der genaue Wirkmechanismus jedoch noch immer im Dunkeln liegt. Bewusstseinsmedizin Doch meiner leichten Ironie zum Trotz empfinde ich diesen Trend – das zunehmende Gewahr- Sein, dass die Rolle des Bewusstseins im Prozess der Gesundheit eine, wenn nicht die entscheidende Rolle spielt – als den wohl erfreulichsten Trend im Gesundheitsbereich. Erfreulich nicht immer für den Patienten, denn einerseits verliert er seine Opfer-Rolle, andererseits wird er sich bewusst, dass er selbst im Prozess seiner Gesund-Werdung oder Gesund-Erhaltung an der entscheidenden Schaltstelle sitzt – eine Verantwortung, die mancher immer noch gerne abgeben würde. So beobachte ich auf Kongressen, dass immer noch vielfach vor allem das äußere Hilfsmittel gesucht wird, um nicht nach innen blicken zu müssen, anstatt es zur Linderung zu nutzen, um sich die nötige Gelassenheit für den Blick nach innen zu sichern. Multifaktorielle Belastungen Ein zweiter wichtiger Trend ist für mich, dass vor allem bei Medizinern der Begriff „multifaktoriell“ eine immer bedeutendere Rolle spielt: Es wird bewusst, dass die Zusammenballung verschiedener Belastungsfaktoren eine vielfach höhere Belastung darstellt, als es die Summe der Faktoren vermuten lassen würde. Empirisch nachgewiesen ist dies mittlerweile für die unzähligen Umweltgifte, die auf uns einströmen, aber natürlich gilt dies auch für jede andere Art von belastenden Lebensumständen. Wobei es meiner Meinung nach auch hier zu beachten gilt: Das Bewusstsein spielt die entscheidende Rolle. Sich über Gesundheitsgefahren zu informieren ist heute unerlässlich. Dies zu seiner Hauptbeschäftigung zu machen, ist eher unverzeihlich. Wer einmal das Prinzip unserer Gesellschaft verstanden hat – der materiellen Orientierung werden fast alle Dinge wie zum Beispiel auch Grenzwerte untergeordnet – der kann sich schnell einem lösungsorientierten Ansatz zuwenden, nämlich sich und damit auch sein Immunsystem zu reinigen und zu stärken. Wer Lösungen sucht, muss zunächst genau wissen, woran er arbeiten möchte. Mit „woran“ meine ich nicht eine konkrete Krankheit, ein bestimmtes Symptom, sondern auf welcher Ebene von Körper, Geist und Seele ein Mensch arbeiten möchte. Auch wenn ich selbst eine bestimmte Art der Arbeit vorziehe, so ist mir bewusst, dass jeder Mensch für sich selbst wissen muss, auf welcher Ebene er ansetzen will. Körper, Geist und Seele Heutzutage herrscht eine große Begriffsverwirrung, gerade über die Worte 'Geist' und 'Seele'. Bevor ich also auf Körper, Geist und Seele näher eingehen kann, muss ich deshalb definieren, wofür genau diese Worte für mich stehen. Beginnen wir mit dem Begriff, über dessen Bedeutung man anscheinend nicht uneinig sein kann: Dem ... Mit dem Begriff 'Körper' beschreibe ich natürlich den physischen Körper, das, was man meist mit 'mein' (Arm, Gesicht, Bauch, usw.) beschreibt. Doch ich möchte den Begriff noch ausdehnen: Der 'Körper' ist auch all das, was die individuelle Realität ausmacht: Die Wohnung, der Freundeskreis, die Hobbies, der Beruf, die finanzielle Situation, und vieles mehr. Mit anderen Worten: Der Einfachheit halber verwende ich den Begriff 'Körper' hier für die gesamte den Menschen umgebende materielle Realität. Für das Wort 'Geist' sind zahlreiche Definitionen im Umlauf - diese umfassen meistens den unsterblichen Teil des Menschen. Für diesen Text möchte ich den Begriff wie folgt festlegen: Der 'Geist' entspricht nahezu dem, was im englischen als 'mind' bezeichnet wird. Fälschlicherweise wird das meistens als 'Verstand' übersetzt. Doch es ist weit mehr, 'mind' beschreibt u.a. auch Absicht, Ansicht, Gemüt (Gefühle) und Psyche. Das Wort 'Geist' verwende ich hier also in der Bedeutung von Gedanken, Gefühlen, Werten, Glaubenssystemen, unserem Willen, unserem Bewusstsein und Unterbewusstsein, usw. - manche würden das als 'Ego' bezeichnen, ich bezeichne es als die 'Persönlichkeit'. Den Stellenwert unserer 'Persönlichkeit' zeigt folgende Zahl: In der Psychologie schätzt man, dass bis zu 98 % dessen, von dem wir annehmen, dass es Wirklichkeit sei, von unseren Glaubenssätzen in unserem Verstand und deren Beurteilung der tatsächlichen Erlebnisse herrührt, und nur 2 % entspringt der tatsächlichen objektiven Wirklichkeit. Wikipedia schreibt zu dem Begriff der Seele1: Der Ausdruck Seele hat vielfältige Bedeutungen, je nach den unterschiedlichen mythischen, religiösen, philosophischen oder psychologischen Traditionen und Lehren, in denen er vorkommt. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge beim Menschen gemeint. In diesem Sinne ist 'Seele' weitgehend mit dem Begriff Psyche synonym. Anders ausgedrückt: Heutzutage wurde die Seele im allgemeinen auf das reduziert, was ich (s. o.) als 'Persönlichkeit' (Geist) bezeichne. Ich gehe darüber hinaus, und schließe mich religiösen und philosophischen Lehren an, die die Seele als unsterblich bezeichnen. Doch damit ist noch nicht erklärt, was sie ist. Als Arbeitshypothese verwende ich den Begriff 'Seele' für den ewigen, ich möchte sagen 'göttlichen' Teil im Menschen, der aus der Summe seiner Erfahrungen, also dem Bewusstsein aller Persönlichkeiten vorhergehender Inkarnationen gebildet wurde. Hier taucht die Frage auf: (Wie) kann der göttliche Anteil in einem Menschen Fehlerhaftes enthalten? In der katholischen Liturgie findet sich folgender Teil eines Gebetes: ... sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund Auch hier ist also bekannt, dass die Seele von ihrem makellosen Licht, ihrer Göttlichkeit ohne Makel abweichen kann - Gott ist kein Diktator, und hat uns mit dem freien Willen ausgestattet, den wir auch zu Fehlern und bösem Verhalten benutzen können. Wofür die katholische Kirche nur den Begriff der 'Ursünde' hat, ist viel einleuchtender im Konzept der Reinkarnation dargelegt. 1 Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Seele Geist Seele Körper Die Arbeit auf den Ebenen Körper, Geist und Seele Auf welcher Ebene wollen Sie nun an sich arbeiten – Körper, Geist oder Seele? Da im Bereich der Therapien – besonders an der Schnittstelle zur Spiritualität – viel behauptet wird, halte ich die folgenden Zeilen für dringend nötig, um Klärung herbeizuführen. Dazu möchte ich einen Vergleich anbieten: • Die Seele steht in diesem Bild für die Lampe eines Scheinwerfers. • Der Geist / Die Persönlichkeit steht für das Glas des Scheinwerfers. • Der Körper steht für die beleuchtete Szene. Wer nun seine Realität verändern möchte, kann an jeder dieser drei Ebenen arbeiten. Er kann die Lampe heller leuchten lassen, er kann das Glas polieren und eventuell vorhandene Kratzer und verzerrende Schliffe korrigieren, oder er kann versuchen, die Realität, die beleuchtet wird, zu verändern. Woran jeder arbeitet, ist seine ganz persönliche Entscheidung, und ich möchte ausdrücklich betonen, dass die folgenden Zeilen völlig wertfrei sind – jede Arbeit hat zur richtigen Zeit ihre Berechtigung. Hierbei kann man nach meiner Erfahrung zwei gegensätzliche Effekte beobachten: • Arbeitet man auf der körperlichen Ebene, so ist diese Wirkung oft sofort sichtbar. Allerdings gilt, dass wenn man vergisst, die Ursachen zu verändern, die auf einer „höheren Ebene“ liegen, also auf den Ebenen von Persönlichkeit oder sogar der Seele, diese Wirkung nicht von Dauer ist. Die Realität von „unten nach oben“ zu verändern ist ein mühevoller und langwieriger Prozess ständiger Wiederholung. • Arbeitet man auf der Ebene der Persönlichkeit, so dauern die Auswirkungen meist etwas länger, sind dafür aber dauerhafter, und wirken in den körperlichen Bereich / den Bereich der erfahrenen Realität hinein. Auf dieser Ebene wirken auch fast alle der neuartigen Heilmethoden, die das Wort „Quanten...“ in ihrem Namen führen, auch wenn sie oft behaupten, auf seelischer Ebene zu wirken. Doch oft geht es vor allem darum, eine Optimierung der Lebensumstände herbeizuführen, und genau das ist das Kennzeichen, dass es keine Arbeit auf Seelenebene ist. Ich selbst habe bisher eine einzige Methode erlebt und erlernt, die es möglich macht, bereits entwickelte Seelenqualitäten in kürzester Zeit in den Geist und die Realität zu bringen. Möglicherweise gibt es noch weitere Methoden, die ich noch nicht erfahren oder denen ich noch nicht begegnet bin, doch dazu kann ich noch kein Urteil abgeben. • Die Seele, der „Bauplan“ für unser Leben, steht ganz oben im Prozess der Realitätsbildung. Wer hier arbeitet, verändert sein Leben von Grund auf, jedoch kann die Zeit, bis diese Veränderung in die Realität vordringt, durchaus erheblich sein. Die Zwischenzeit, bis dies geschieht, empfinden die meisten Menschen ebenso als leidvoll wie einen Schmerz auf der körperlichen oder geistigen Ebene. Viele Therapeuten im Grenzbereich von Alternativtherapien und Spiritualität behaupten, die Seele zu heilen. Mit Sicherheit bestätigen kann ich das nur in Bezug auf einige wenige Menschen, denen ich begegnet bin, und einigen Schülern dieser Personen. Auf Seelenebene für andere Menschen arbeiten zu können kann man nicht erlernen oder sich verdienen, dies ist ein göttliches Geschenk, das fast immer durch andere Menschen überbracht wird. Fazit Auch die alternativen Methoden versuchen natürlich, Wirkungs-Nachweise zu erbringen. Prof. Fritz-Albert Popp, Dr. Ulrich Warnke, Wolfgang Rother, Prof. Konstantin Meyl, Dr. Klaus Volkamer, und viele andere liefern einleuchtende Theorien oder sogar Messverfahren an, um das nahezu Unerklärliche zumindest in seiner Auswirkung zu verifizieren. Gerade in dieser Zeit des Umbruchs von objektiv messbaren Phänomenen zu der neueren modernen Medizin, die auch uralten Heilmethoden wie der Homöopathie, dem Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin einen naturwissenschaftlichen Hintergrund liefert, ist es wichtig, einerseits den gesunden Menschenverstand zu behalten, sich jedoch auf der anderen Seite bewusst zu sein, dass die uns zugänglich gemachten Entwicklungen in diesem Sektor noch nicht in der Lage sind – und das möglicherweise nie sein werden - das Bewusstsein und seine Wirkungen in ihrer Gesamtheit zu erfassen. So ist eine kritische Offenheit gefragt, die mit Vorsicht prüft, und sich mit Hilfe von Intuition und „Bauchgefühl“ zu dem leiten lässt, was stimmig ist. Jedem klassisch-wissenschaftlich denkenden – und damit die Quantenphysik nicht berücksichtigenden - Menschen werden sich angesichts der letzten Zeilen die Haare zu Berge stellen, und doch stehen sie in Übereinstimmung zur Quantenphysik, die einen Zusammenhang zwischen Beobachter und Ereignis herstellt.